Okt 19 2008

Energiefragen.org Podcast, Folge 009

Veröffentlicht von ar am 21:23 in Podcast

Mehr als zwei Monate sind - umzugsbedingt - seid der letzten Folge vergangenen, und in der Welt ist wohl soviel passiert wie selten in zwei Monaten, zumindest auf den globalen Finanzmärkten.

Stand der Ölpreis Mitte Juli noch auf 147.- US-$ pro Fass auf seinem Allzeithoch, so kostet ein Fass nun weniger als die Hälfte, nämlich rund 72.- US-$. Ist dieser niedrige Preis gerechtfertigt? Jedenfalls werden die Verbrauchsprognosen im Zuge der Finanzkrise nach unten angepasst, und auch die OPEC scheint nervös zu werden. Jedenfalls hat sie ein Emergency Meeting für den kommenden Freitag angesetzt, und man erwartet dass die Förderquoten gedrosselt werden.

Und doch noch ein Abschwenken in die Finanzkrise: In Kalifornien sind öffentliche Verkehrsunternehmen von der AIG-Pleite betroffen. Weitere Informationen zum Cross-Border-Leasing auch in einem (polemischen) Artikel aus der Jungen Welt.

In der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift ‘motorwelt’ fordert der ADAC eine Senkung der Steuern auf Benzin. (Hier das angesprochene Usenet-Posting dazu.)

Die sinkenden Ölpreise sind dieser Forderung nun zuvorgekommen, aber ist es gerechtfertigt, dies zu fordern? Ist es nachhaltig? Es ist klar, dass der ADAC die Lobby der Autofahrer ist, aber ist ein einfaches Senken der Steuern wirklich der richtige weg? Naturgemäss freut sich auch das österreichische Gegenstück zum ADAC, der ÖAMTC über die sinkenden Benzinpreise.

Und etwa vor einem Monat, eine Woche vor den österreichischen Nationalratswahlen forderte auch die rechtspopulistische FPÖ einen Teuerungsausgleich auf die steigenden Energiekosten. Solche Forderungen kommen bei der Bevölkerung wahrscheinlich gut an, aber auch wenn alle Steuern auf Benzin wegfallen, kann der Benzinpreis trotzdem wieder steigen, wenn der Ölpreis steigt. Und müssen wir uns nicht vor allem auf nachhaltige Lösungen konzentrieren?

So zum Beispiel will Shai Agassi in Israel ein grosses Elektroauto-Projekt lancieren. Der Vermarktungsplan ist hier vergleichbar mit Handyverträgen: Man soll sich den Anbieter für den Strom aussuchen können und den Strom dann abonnieren.

Das Energy Science Center der ETH Zürich, das uns schon in Folge 2 begegnet ist, hat einen Band mit dem Titel “Smart Energy Strategies” veröffentlicht, dass kostenlos als E-Book verfügbar ist. In diesem Band geben zahlreiche Autoren Informationen zu verschiedensten Themen aus dem Energiesektor. Wir werden wohl in einer der nächsten Folgen noch einmal näher darauf eingehen.

Weiters haben wir noch einen Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung, in dem Atomstrom in Deutschland propagiert wird, bzw. aufgezeigt wird, dass eine totale Substitution der Energieproduktion auf erneuerbare Energieträger beinahe unmöglich ist.

Zum Schluss noch eine Aktion der niederländischen Rabobank: Die Kreditkarten, die von ihr ausgegeben werden, haben eine Klimafunktion, dadurch soll der kumulierte CO2 Ausstoss des gekauften Produktes durch Klimazertifikate und Investitionen kompensiert werden. Diese Aktion wird auch unterstützt vom WWF.

 

Wiederum ist die Musik vom Album “Dark Trance” des französischen Künstlers Bass. Sie kann auf Jamendo heruntergeladen werden und steht unter einer Creative Commons License.

(Diese Folge als MP3 / AAC herunterladen.)

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